Travel Diary Pokhara, Nepal <<back
20.10.2005 01:01:49 PM - nic
Pokhara

Wir machten uns auf den Weg nach Pokhara um rechtzeitig zum Daishan Festival dort zu sein. Dort trafen wir Shiva und seine Familie, einen Bekannten meiner Mutter, mit welchen wir auch den letzten und wichtigsten Tag des Festivals zelebrierten. Die Tochter gab uns unter anderem auch eine erste Einleitung in den Hinduismus, von welchem wir beide gar keine Ahnung haben. Wie wir auch bei den Festivitaeten sehen durften, ist diese Religion wie auch der Buddhismus sehr sympathisch. Die Leute zeigen einem gerne alle Rituale und die Zeremonien nimmt man locker, es ist immer mit einer sehr unkomplizierten Atmosphaere verbunden.

Den letzten Tag ihres wichtigsten Festivals, dem Darshain, verbringen die Nepalis damit ihre Verwandten zu besuchen. Man zieht von einem Verwandten zum Naechsten, gibt und erhaelt Tikas (je nach Alter) und ein anschliessendes Essen mit viel Ziegenfleisch ist der Brauch.

Unser erstes Problem war der Transport. Busse fahren an diesem Tag wenige. Taxis verlangen das doppelte vom normalen Betrag. Zuerst wollten wir ein Auto mieten, welches ich gefahren haette, doch niemand wollte uns eines geben...
Shiva schlug vor doch einfach zwei Motorraeder zu mieten, welche man hier fuer ca. zehn Franken pro Tag bekommt. Er wuerde seine Frau und zwei Kinder auf einem transportieren und Nicole und ich wuerden das andere teilen. Die Idee war gut, nur bin ich noch nie im Leben auch nur einen Meter auf einem motorisierten Zweirad gefahren, ganz abgesehen von Linksverkehr und Nepali Strassenverkehr. Auch Nicole hat keine Motorraderfahrung abgesehen von einem Ciao auf der Strecke Vogelsang nach Remetschwil...

Der fehlende Fahrschein sei kein Problem, auch nicht zum ein Motorrad mieten und schon gar nicht bei den zahllosen Militaercheckpoints. Nach einer kurzen Einleitung von Shiva machte ich meine ersten Versuche auf einer Wiese in der Naehe, um zu schauen ob ich es mir zutrauen wuerde. Die Lenkung war vertraut vom Fahrradfahren und das Schalten und Kuppeln vom Autofahren. Nach dem erste Unsicherheit ueberwunden war, begann es bereits Spass zu machen! Anschliessend folgte eine Testrunde mit Nicole hintenauf, um zu sehen ob auch sie es mir zutrauen wuerde. Die Antwort war positiv. Wir mieteten also noch ein zweites Bike und Shiva und ich machten noch einen kleinen Ausflug um mich noch etwas an das Bike zu gewoehnen. Ich lernte immer noch hilfreiche Sachen dazu, wie z.B. "Hey Shiva, what is this other pedal in front of my right foot for?" "Oh, did I forget to tell you, this is the rear wheel brake, it's very important, especially for downhill!" "Ah, good to know."

Am naechsten Tag verlief zuerst alles nach Plan. Nicole hinten drauf, etwas aengstlich vermutlich, aber tapfer und keine Reklamationen von ihrer Seite. Dann kam der steile Kiesweg, fuer welcher die Yamaha 125 XBY nicht wirklich gemacht war, oder man kann auch sagen, das dieses Terrain vielleicht etwas mehr Uebung braucht als ich aufzeigen konnte. Wir hatten beschlossen, dass alle ausser die Fahrer absteigen und laufen. Ich hatte es am Vortag mit Bravour gemeistert, doch irgendwie lagen die grossen Steine heute anders und ich stuerzte auf halbem Weg. In der Aufregung wusste ich nicht mehr, dass man einfach die Kupplung loslossan sollte und hatte einen verbitterten Kampf mit dem Motorrad, das sich den Hang ab in den Tod stuerzen wollte. Zum Glueck gewann ich? Die Dunkelseite dieses Vorfalls war dass das Vorderrad ploetzlich platt war.

Wir liessen das Motorrad zurueck und machten uns die letzten paar Meter zu Fuss auf den Weg.
Dort angekommen gab uns die 84 jaehrige, erwuerdige Grossmutter von Shiva das Tika um 13.25, welches von den Priestern als diesjaehrige Zeit definiert wurde, auf der Basis von Astrologie. Waehrend sie unsere Segnung in Sanskrit sparch (verbunden mit dem Anbeten ihrer Goetter), uns viel Gesundheit wuenschte und das alle unsere Wuensche wahr werden, tupfte sie uns eine rote Paste mit Reiskoernern auf die Stirn, mir speziell gelb getrocknete Grashalme zwischen die Ohren, Nicole Blumen in die Haare. Wie die tradition vorschreibt uebbereichten wir ihr ein Couvert mit etwas Geld darin. Anschliessend erhielten wir ein weiteres Tika und die entsprechende Segnung von Shiva.
Nach einem ausfuehrlichen Essen, welches mit seiner Schaerfe meinem sowieso schon schwer angeschlagenen Magen fast den Rest gegeben hat, machten wir uns wieder auf den Weg um unsere Probleme mit dem platten Reifen zu loesen. Das Essen ist auch ein wichtiger Bestandteil des Festivals, es ist auch der Tag des Fleischessens, welches aussschliesslich aus Ziege besteht.

Keine Pumpe und auch kein Werkzeug war aufzutreiben! Wir waren der Verzweiflung nahe. Der Plan war ja auch noch drei weitere Familien zu besuchen und es war bereits vortgeschrittener Nachmittag. Jemand brachte uns dann eine alte rostige Zange und zusammen lernten wir zwangslaeufig wie man das Vorderrad abmontiert und von der Bremse befreit. Zurueck in der Stadt waren wir froh, dass doch noch gewisse Leute an diesem wichtigen Tag arbeiten: Der Schlauch hatte drei Loecher und einen Nagel drin, der Nagel entlastete mein Gewissen sehr! Repariert packten wir unser Rad und fuhren den ganzen Weg wieder zurueck, wo das motieren dieses Mal sehr effizient von statten ging, wir waren bereits Profis!

Nach einem langen Weg zur Stiefmutter von Shiva entschieden wir dieses Mal den Kieswegteil auszulassen. Wir erhielten nach unterdessen schon vertrautem Ablauf ein weiteres Tika von Shivas Stiefmutter und weil der Tag schon so fortgeschritten war, mussten wir nach einem kurzen Snack leider auch schon wieder weiter. Zwei weitere Verwandtenbesuche mussten wir leider ganz streichen. Obwohl wir die ganze Segnungszeremonie wirklich toll fanden, waren wir eher froh, nicht vier mal so ein Festessen vorgesetzt zu bekommen. Wir hatten nach dem ersten schon fuer den ganzen Tag gegessen!

Auf dem Heimweg war es bereits Nacht und der Verkehr recht lebendig. Man ist hier konstant am Hupen, weil jedes potentielle Verkehrsrisiko welches man erkennt, macht man auch mit seiner Hupe darauf aufmerksam.
Sicher angekommen zurueck in Pokhara endete auch dieses Abenteuer erfolgreich und ohne weitere Zwischenfaelle.
20.10.2005 01:03:47 PM - nic
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20.10.2005 01:33:44 PM - nicole
POKHARA ? OF SARIS AND BLESSINGS?

We spent some wonderful days in Pokhara with Shiva and his family: Sharmila, Sila and Simantha. We visited them several times, bringing the kids presents, chocolate and once inviting them for an ice cream. In return they made us tea and of course we always had to stay for supper, sometimes got lunch too. Shiva?s English is excellent, so is Sila?s, Simantha is learning, which made communication very easy and we learnt a lot about Nepalese customs and traditions. Sila once took us to a small temple in the neighbourhood and explained everything about the gods and their history ? very complicated!

Highlight was the 12th of October, when we celebrated the Hindu Dasain Festival with them and their relatives. We went to Shiva?s house at around 10 am. First, Sharmila and Sila wanted me to try on one of Sharmila?s saris, just for fun. I was in for the adventure. So they wrapped me in a nice red sari, 5 ? 6 meters long, around and around the body and over the shoulder, quite complicated, but somehow it all holds together. I didn?t quite feel so elegant as it looks on the local women, but it was ok and I always wanted to try one on. After taking some pictures on the roof of their house, I changed back into my normal clothes. It was almost time to go.

The custom on this day is that the older people give blessings to the younger ones, receiving tika (this red dot on Hindu people?s foreheads). It?s also the festival for meat eating, almost exclusively goat meat. So, literally thousands of families, dressed in their finest, zoom around the countryside on motorbikes or taxis from one family to the next, receiving tikas and eating festive meals. And this was exactly what we were planning to do. Shiva had invited us to join them for this. The previous day Shiva had explained briefly what was going to happen and what we had to do. Also, as we had to travel by motorbike from one family to the next (no buses, taxis too expensive), Nic received a short crash course in riding a motorbike. Shiva explained everything to him and they went on a short test ride. Nic felt quite confident and we decided to give it a go, so we rented a bike for the 12th.

So ? after they had dressed in their newest clothes (especially bought for this occasion), we swung on the bikes and off we went. We drove very slowly, no rush, and all went well until our bike had a flat tire? great! We were already quite close to Sarangkot where Shiva?s family lives. We decided to leave that bike where it is and walk the rest of the way. The house of the relatives lies on a beautiful spot, on a hill overlooking the Phewa Tal, the lake in Pokhara. Understanding family relations is always very difficult, some uncles and aunts were there, cousins, and the 84 year old grandmother, a proud old woman with a million wrinkles in her face and brown leathery skin. She was the one to give the blessings, as she was the oldest. The time to start this was for this year 1:25 pm, which is different every year, calculated from the formation of the stars. The first to receive tika was the oldest person, and then down to the youngest ones. Shiva, being the oldest, was the first. So we got an idea how it all works and just copied him. She mixes a red powder with water and rice, then applies it generously to the forehead, all the while mumbling blessings in Sanskrit. As it was our turn, Shiva translated it for us (long life, prosperity, good health, wishes come true, etc). She also sticks dried leafs and flowers behind the ears and in the hair. After she finishes, the blessed one gives her an envelope with some money inside. First I was a bit worried that it would be a bit awkward for the two of us, but soon I noticed how easy-going they all were towards this ceremony, not so dead-serious as some Christian rituals are. They talked and laughed during the process, taking it easy. I was surprised on how big this tika was, when they explained to us that we would be receiving a tika I imagined a simple red dot. Instead of a fine sniper head shot we received a full blast with a shot gun :-)
After everyone received the tika and blessings, it was time to eat. We received a huge meal of rice, goat meat and some vegetables. We ate sitting on the floor and eating with the hands.
We took pictures of the whole family together, and then it was time for us to go, we still had the bike problem. Nic and Siva went ahead with the good bike to fix the tire, Sharmila, the kids and I walked back to where we had left the bike. After around 1 hours the bike was fixed and we headed off to the next family. It was already 4 pm, we were running quite late. The ride was quite long, we couldn?t stay there very long because we didn?t want to go back in the dark. It was a shame that we had to hurry so much? Here we received tika and blessings from Shiva?s stepmother. His brother was there too, with his daughter. After the ceremony we only had time to eat some fruits and take some more family pictures, then we were already on our way back to Pokhara. The sun was already disappearing and by the time we arrived home it was dark. Everybody was quite exhausted and tired. Simantha was happily counting his money he received during the day for about the hundredth time. (Kids get money from older people while they receive the tika.) Nic and I were especially happy that all went well with the motorbike (well? no accident!) because it was our first expedition on two wheels and we had been quite anxious about it. Also, we were very thankful to Shiva that we were allowed to experience this whole day, that they let us participate and showed us their customs. I will keep this day in good memory.
20.10.2005 01:37:32 PM - nicole
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20.10.2005 01:52:45 PM - nicole
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